Speicherung von Verbindungsdaten und IP-Adressen nicht zul.

Alle Themen rund um die DSL - Produkte

Moderatoren: Yusuf, Florian S., Sven

Benutzeravatar
eurostarter
Senior - Member
Senior - Member
Beiträge: 548
Registriert: 16.08.2006, 11:09
Wohnort: München

Beitragvon eurostarter » 12.10.2007, 19:46

Da ich nicht Jura studiert habe will ich jetzt nicht alle Paragraphen durchexerzieren.

Aber meiner Ansicht nach fällt das Sperren von Anschlüssen, die Spam versenden, zur Störungsbeseitigung. Und dafür braucht es überhaupt keine besonderen Voraussetzungen:
(1) Soweit erforderlich, darf der Diensteanbieter zum Erkennen, Eingrenzen oder Beseitigen von Störungen oder Fehlern an Telekommunikationsanlagen die Bestandsdaten und Verkehrsdaten der Teilnehmer und Nutzer erheben und verwenden.

Damit ist der ganze Kram aus Satz 3, den Du gerade zitiert hast, nicht nötig, um die IP-Speicherung zu begründen. Das braucht man eben nur, wenn es darum geht Leistungserschleichungen aufzudecken.

Es gilt nur:
Zu dem in Satz 1 genannten Zweck darf der Diensteanbieter die erhobenen Verkehrsdaten in der Weise verwenden, dass aus dem Gesamtbestand aller Verkehrsdaten, die nicht älter als sechs Monate sind, die Daten derjenigen Verbindungen des Netzes ermittelt werden, für die tatsächliche Anhaltspunkte den Verdacht der rechtswidrigen Inanspruchnahme von Telekommunikationsnetzen und -diensten begründen.

..was soviel bedeutet wie, man darf die Daten speichern, aber darf sie nur einsehen, wenn es einen begründeten Verdacht auf Missbrauch gibt.
Was ja bei M-net der Fall ist, denn die IP-Adressen werden sicherlich nur dann eingesehen, wenn ein Hinweis auf eine Straftat oder einen Spamversender oder was auch immer vorliegt.

Also nochmal zusammengefasst: Laut Satz (1) darf man die Daten zum Zweck der Störungsbeseitigung erheben, für die Verwendung braucht es dann laut Satz (2) einen konkreten Anhaltspunkt.

Ich stelle fest: M-net macht alles richtig. :wink:

Zum Thema Datenschutz: Natürlich hast Du eingewilligt, dass Deine Daten von M-net gespeichert und verarbeitet werden. Ohne dieses Einverständnis wäre es auch etwas schwierig, einen Telefonanschluss zu schalten. :wink:
Den Passus musst Du wirklich überlesen haben, denn der steht auf jedem M-net-Vertrag. Beim Online-Vertragsabschluss muss man sogar aktiv ankreuzen, dass man die Datenschutzbestimmungen gelesen hat.

Das hat aber wiederum nichts zu tun mit der Nutzung der Daten zur "bedarfsgerechten Gestaltung von Dienstleistungen". Darunter würde z.B. fallen, dass M-net Dich anruft und Dir ein neues Angebot unterbreitet. Ist mir noch nie passiert. Dir?

Taneller
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 23
Registriert: 10.11.2006, 13:27
Wohnort: Nürnberg

Beitragvon Taneller » 12.10.2007, 20:44

@eurostarter

Bitte zitiere ganze Sätze, wenn Du zitierst. Die Fortsetzung des Satzes (Abs.3, Satz 1) lautet:
...die zum Aufdecken sowie Unterbinden von Leistungserschleichungen und sonstigen rechtswidrigen Inanspruchnahmen der Telekommunikationsnetze und -dienste erforderlich sind.

Natürlich ist der "Kram" aus Absatz 3 nötig. Es geht nicht nur um Leistungserschleichung, sondern auch um rechtswidrigen Inanspruchnahmen der Telekommunikationsnetze und -dienste.

Und um genau das einzugrenzen steht da noch weiter in Abs. 4:

... (4) 1Unter den Voraussetzungen des Absatzes 3 Satz 1 darf der Diensteanbieter im Einzelfall Steuersignale erheben und verwenden, soweit dies zum Aufklären und Unterbinden der dort genannten Handlungen unerlässlich ist. 2Die Erhebung und Verwendung von anderen Nachrichteninhalten ist unzulässig. [i]3Über Einzelmaßnahmen nach Satz 1 ist die Bundesnetzagentur in Kenntnis zu setzen. 4Die Betroffenen sind zu benachrichtigen, sobald dies ohne Gefährdung des Zwecks der Maßnahmen möglich ist...

Wer übrigens definiert denn was hinter der Formulierung (Abs. 3, Satz 1)"...Soweit erforderlich..." steckt. Jedenfalls nicht der ISP!
Der ISP kann und darf gar nicht entscheiden, was zum Aufklären unerlässlich ist. Dies nämlich ist Staatsanwälten (Beweißaufnahmeverfahren) und Richtern (durch z.B. eine gerichtliche Verfügung) vorbehalten.

B.t.w.:
Bevor wir hier weiterhin Paragraphen reiten: Ich denke ich werde die M-Net erst einmal schriftlich zur Unterlassung auffordern. Sollte das nicht fruchten, werde ich eine Klage in erwägung ziehen.
Nach der derzeitigen Rechtssprechung gibt's hier verdammt gute Aussichten auf Erfolg.
Das Thema ist nicht nur bei der M-Net brandheiß, es trifft eigentlich fast alle ISP ausser T-Com und Arcor. Frei nach dem Motto: Wo kein Kläger - da kein Richter!
Die T-Com hat ihre Schlappe per Urteil bereits bekommen; Revison beim BGH wurde abgeschmettert. Arcor macht diesen ganzen Quatsch mit dem IP-Logging erst gar nicht.

Ich schließe mich jedenfalls dem Motto minimum data, maximum privacy an.

Ich stehe mit meiner Meinung übrigens nicht alleine da.
Guckst Du hier: http://www.daten-speicherung.de/

Greets,
Taneller

J@son
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 222
Registriert: 11.12.2006, 10:41

Beitragvon J@son » 12.10.2007, 21:19

eurostarter hat geschrieben:Also nochmal zusammengefasst: Laut Satz (1) darf man die Daten zum Zweck der Störungsbeseitigung erheben, für die Verwendung braucht es dann laut Satz (2) einen konkreten Anhaltspunkt.

Ich stelle fest: M-net macht alles richtig. :wink:


Finde ich nicht.
Zur Störungsbeseitigung pauschal die Daten sämtlicher Kunden im voraus zu speichern schießt wohl etwas über das Ziel hinaus, zumal ja keine Störung vorliegt, die beseitigt werden muß.
Ich kann den Provider natürlich schon verstehn, falls mal was ist, hat man Logfiles. Die Kundenseite kann ich aber auch verstehn, einfach auf Verdacht im voraus speichern hat halt einen bitteren Beigeschmack und das Telekom(oder T-Online)-Urteil unterbindet das ja auch in dem Fall. Nur müßte halt jeder für sich klagen und das macht halt keiner.
Recht haben und Recht bekommen sind halt immer noch 2 paar Schuhe.

/me
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 315
Registriert: 16.08.2006, 12:30

Beitragvon /me » 12.10.2007, 21:33

Taneller hat geschrieben:Das Thema ist nicht nur bei der M-Net brandheiß, es trifft eigentlich fast alle ISP ausser T-Com und Arcor.

Hast du dafür eine Quelle? Lt. der von dir zitierten Webseite speichert T-Com 7 Tage, übrigens mit der gleichen Begründung wie M-net. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hält das Vorgehen der T-Com übrigens für in Ordnung (Quelle).

Guenni
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 35
Registriert: 05.09.2006, 20:35

Beitragvon Guenni » 12.10.2007, 23:49

B.t.w.:
Bevor wir hier weiterhin Paragraphen reiten: Ich denke ich werde die M-Net erst einmal schriftlich zur Unterlassung auffordern. Sollte das nicht fruchten, werde ich eine Klage in erwägung ziehen.
Nach der derzeitigen Rechtssprechung gibt's hier verdammt gute Aussichten auf Erfolg.

Man muss sich schon fragen, was für Kunden MNet so hat... Ich empfehle: Klage doch. Mal sehn wie ein Münchner Gericht das sieht.

Achja: Es geschieht zwar sehr schleppend, aber langsam verstehen auch manche Richter nicht nur was von Gesetzen, sondern schon auch ein bisserl, wie das Internet funktioniert und entscheiden dann vernünftig. Also aufpassen, an wen Du gerätst, denn vieles ist Auslegungssache.

Ich persönlich möchte auch nicht, dass aus meinen Nutzerdaten Profile erstellt werden, die ggf. kommerziell oder zu anderen Zwecken nutzbar wären. Sowas wäre aber selbst mit einer vierwöchigen Speicherung noch nicht möglich. MNet steht hier ganz ganz weit auf der Kundenseite und macht das m.E. richtig.

webcam_service
Senior - Member
Senior - Member
Beiträge: 1085
Registriert: 04.09.2006, 07:19
Wohnort: Germering

Beitragvon webcam_service » 13.10.2007, 08:58

J@son hat geschrieben:Zur Störungsbeseitigung pauschal die Daten sämtlicher Kunden im voraus zu speichern schießt wohl etwas über das Ziel hinaus, zumal ja keine Störung vorliegt, die beseitigt werden muß.


um aber eine Störung im gesamten Ausmaß zu ermitteln ist das sehr wohl erforderlich. Jeder siehtnur seinen Anschluß, aber das dahinter ein Haufen Technik nocht supported werden muss sieht hier wohl keiner.

Es werden ja nicht die Nutzungsdaten, sondern die Onlinezeiten Protokolliert, keine Wege, keine Routen, kein Paketinhalt. Die Fehler werden mitprotokolliert. Gute Daten sind nicht Bestandteil der Protokollierung.

Kunden mit Paranoia empfehle ich TOR oder JAP zu verwenden, aber erwartet dort keine Geschwindigkeitswunder!
im Test: FritzBox Fon 7270 FW.54.04.52
M-Net: Maxi-DSL 18000 @ 16 Mbit/s Leitungslänge: ca. 1070 m @ 0,4mm²
VSt: Broadcom | DSL-Version 97.147 - H52

Taneller
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 23
Registriert: 10.11.2006, 13:27
Wohnort: Nürnberg

Beitragvon Taneller » 13.10.2007, 10:46

@/me
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hält das Vorgehen der T-Com übrigens für in Ordnung....


Das mag schon sein, aber er ist nicht das Gesetz, sonder ein "zahnloser Tiger". Wenn Du diesen Artikel weitergelesen hättest würdest Du auch auf folgenden Satz gestoßen sein :wink::

Dem Arbeitskreis zufolge steht die Haltung Schaars, der die siebentägige Frist als gesetzeskonform und datenschutzverträglich bezeichnet hatte, "in klarem Widerspruch" zu einer Entscheidung des Landgerichts Darmstadt vom Dezember 2005, die vom Bundesgerichtshof im Oktober vergangenen Jahre bestätigt worden war

@Guenni
Man muss sich schon fragen, was für Kunden MNet so hat...

Tja, lieber Günni! Kunden, die halt nicht gedankenlos alles akzeptieren, was einfach so behauptet wird :wink:.

@webcam_service
Kunden mit Paranoia empfehle ich TOR oder JAP zu verwenden, aber erwartet dort keine Geschwindigkeitswunder!


Was soll dieser Unsinn:?: Nach dem Grundgesetz hat jeder Bundesbürger ein Persönlichkeitsrecht. Man muss nicht an Paranoia leiden, damit man von diesem Recht Gebrauch machen darf :evil: .

/me
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 315
Registriert: 16.08.2006, 12:30

Beitragvon /me » 13.10.2007, 11:25

Taneller hat geschrieben:@/me
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hält das Vorgehen der T-Com übrigens für in Ordnung....


Das mag schon sein, aber er ist nicht das Gesetz, sonder ein "zahnloser Tiger". Wenn Du diesen Artikel weitergelesen hättest würdest Du auch auf folgenden Satz gestoßen sein :wink::

Dem Arbeitskreis zufolge steht die Haltung Schaars, der die siebentägige Frist als gesetzeskonform und datenschutzverträglich bezeichnet hatte, "in klarem Widerspruch" zu einer Entscheidung des Landgerichts Darmstadt vom Dezember 2005, die vom Bundesgerichtshof im Oktober vergangenen Jahre bestätigt worden war

Mir ist schon klar, dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gibt. Dennoch speichert T-Com i.d.R. 7 Tage.

Aber wenn du schon gegen eine kurzzeitige Speicherung bist, hast du evtl. auch einen Vorschlag, wie ein Provider mit Spam- und Virenschleudern in seinem Netz umgehen soll? Die meisten Beschwerden schlagen auf, wenn der verursachende trojanerverseuchte PC bereits eine andere IP hat. Soll ein Provider das igorieren und darauf warten, bis seine Kunden überhaupt keine Mails mehr loswerden? Den Kundentraffik überwachen? Oder die Systeme seiner Kunden auf Schwachstellen scannen? SMTP für dynamische Adressbereiche komplett sperren? Anzeige gegen Unbekannt stellen, was dann überhaupt nichts bringt? Irgendwie erscheint mir das alles nicht wirklich wünschenswert.

Taneller
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 23
Registriert: 10.11.2006, 13:27
Wohnort: Nürnberg

Beitragvon Taneller » 13.10.2007, 12:09

@/me
Soll ein Provider das igorieren und darauf warten, bis seine Kunden überhaupt keine Mails mehr loswerden?


Soll er natürlich nicht ignorieren. Und genau das ist ja im TKG §100
(1) Soweit erforderlich, darf der Diensteanbieter zum Erkennen, Eingrenzen oder Beseitigen von Störungen oder Fehlern an Telekommunikationsanlagen die Bestandsdaten und Verkehrsdaten der Teilnehmer und Nutzer erheben und verwenden.

Natürlich muss man sich fragen, wann es erforderlich ist. Aber eben erst dann, wenn eine Störung eintrifft. Aber - wie ich es bereits im Thread schon dargestellt habe- der ISP darf nicht ständig loggen. Es ist auch nicht erforderlich, da es inzwischen in den Netzwerkmanagementcentern überhaupt kein Problem mehr ist Störungen im Netz zu erkennen. Dazu muss man aber nicht ständig IP-Adressen mitloggen. Das kann der ISP kurzfristig im konkreten Einzelfall machen, sonst aber nicht.

Die momentane Verfahrensweise der M-Net und einiger anderer ISP interpretiere ich jedenfalls als Generalverdacht jedem gegenüber. Das kann's aber irgendwie auch nicht sein! Ich denke, dass der persönliche Datenschutz über allem stehen muss.

Aber genau das ist hier die Frage, die sich ahnscheinend juristisch nicht eindeutig hat klären lassen. Vieleicht war die T-Com Klage zwar ein richtiger Schritt, aber ein Schritt zu wenig?

B.t.w.: Sieh Dich mal im Web um, was das Bundesjustizministerium noch alles vor hat, um Vorratsdatenspeicherung auszuweiten! Das nimmt immer mehr krassere Züge an. Man muss sich dagegen bei Zeiten wehren, denn wenn erst mal etwas in Deutschland eingeführt ist, dann kann man hinterher meistens schlecht was unternehmen.

/me
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 315
Registriert: 16.08.2006, 12:30

Beitragvon /me » 13.10.2007, 13:20

Taneller hat geschrieben:Natürlich muss man sich fragen, wann es erforderlich ist. Aber eben erst dann, wenn eine Störung eintrifft.

Wann tritt denn dieser Fall ein, wenn ein Provider von der Größe einer M-net vielleicht mehrere Dutzend Beschwerden wg. Spam, Viren od. Port-Scans täglich erhält?

Taneller hat geschrieben:B.t.w.: Sieh Dich mal im Web um, was das Bundesjustizministerium noch alles vor hat, um Vorratsdatenspeicherung auszuweiten! Das nimmt immer mehr krassere Züge an. Man muss sich dagegen bei Zeiten wehren, denn wenn erst mal etwas in Deutschland eingeführt ist, dann kann man hinterher meistens schlecht was unternehmen.

Da teile ich deine Meinung. Die geplante Vorratsdatenspeicherung geht mir auch deutlich zu weit.

Taneller
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 23
Registriert: 10.11.2006, 13:27
Wohnort: Nürnberg

Beitragvon Taneller » 13.10.2007, 14:24

@/me
Wann tritt denn dieser Fall ein, wenn ein Provider von der Größe einer M-net vielleicht mehrere Dutzend Beschwerden wg. Spam, Viren od. Port-Scans täglich erhält?


Gegen Viren sollte sich natürlich jeder selbst absichern.
Ein IP-Logging hilft hier auch nicht weiter, da Viren in den meisten Fällen beim Ausführen infizierter Programme direkt verteilt werden. Ein Programm ist aber als solches im TCP-Stream nicht so leicht als solches zu erkennen.

Gegen Port-Scans schützt z.B. eine Firewall. Auch die Firewall in einem zwischen (DSL-)Modem und PC geschalteten Router bringt schon verdammt viel. Was bringt hier das Loggen der eigenen Verbindungsdaten?

Naja und Spam - ich glaub dass der nie aussterben wird. Spam wird meistens über dezentrale Server versendet. Er gelangt meist auch von extern zum Provider; hat also auch wieder nicht so wirklich mit dem Loggen der Verbindungsdaten zu tun.

Die Punkte, die Du angibst sind zweifelsohne berechtigt. Aber meist kommt das Übel extern über das Netz zu den Usern und nicht umgekehrt.
Ein generelles Loggen der IP-Adressen von Usern ist daher - meiner Meinung nach - auch nicht angebracht.

Ich denke, unserer Diskussion läuft jetzt eher in Richtung "Henne oder Ei? Wer war zuerst da?"

Alle, die gegen kriminelle und schädliche Machenschaften im Internet vorgehen wollen, haben sicher ihre durchaus berechtigten Gründe. Ich kann die Argumentation der jeweiligen Standpunkte auch verstehen.
Aber es ist für mich trotzdem zweifelhaft, ob es der einzig richtige Weg ist, dass man erst mal alles und jeden verdächtigt und hinterher erst selektiert.

Wir sehen das zur Zeit an dem Beispiel der erst kürzlich festgenommen 3 Terroristen, die diese schrecklichen Anschläge in Deutschland geplant haben.
Warum will jetzt die Bundesregierung 35 sog. gefährliche Chemikalien nur an bestimmte registrierte Personen verkaufen? Klar, weil natürlich alle anderen nicht registrierten Personen zunächst mal als potentielle Bombenbauer verdächtigt werden. Das ist total irrsinnig, wird aber trotzdem gemacht!

Wenn ich nun beispielsweise als Hobbylektroniker in die Drogerie gehe und 2 bestimmte Substanzen zum Platinen ätzen und eine bestimmte Substanz zum Entfernen des Photolacks auf der Platine zusammen kaufe, dann habe ich genau die 3 Chemikalien, die zur Herstellung eines höchst gefährlichen Sprengstoffes benötige.
Es heißt aber noch lange nicht, dass ich so etwas beabsichtige, denn ich will ja nur meine Platinen bearbeiten.

Da ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass unbescholtene Bürger plötzlich ins Visier geraten, weil der Staat im Überwachungswahn schwebt.
So etwas hat es in der deutschen Geschichte schon ein paar mal gegeben.
Das hat auch immer ein jähes Ende genommen und das war gut so!
Wie gesagt - Ich wehre mich gegen diese Praktiken vehement, weil mir das alles langsam überhand nimmt. Und da gehört das IP-Logging der ISP einfach dazu.

Ich glaub' , ich beginne langsam zu verstehen, dass hier schon lange nix mehr mit "Einigkeit und Recht und Freiheit" ist.

Benutzeravatar
Namenlos
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 175
Registriert: 19.02.2007, 22:26
Wohnort: Augsburg

Beitragvon Namenlos » 13.10.2007, 16:23

@Taneller

Sry aber da empfehle ich dir langsam nur noch einfahc deinen Anschluss zu kündigen. UIch mein kein Mensch leidet unter einem solchen Verfolgungswahrn wie du. Ich weiss ja nicht was du alles im Internet machst, wo du Angst hast, dass man dich erwischt. Dann lad besorg dir einfahc deine Musik legal oder deine Videos.

Ich für meinen Teil finde es wichtig, dass grad um Störungen richtig zu orten ein loggen wichtig ist. Außerdem bei den ganzen Perversen die ihre Schnadtaten im Internet treiben, ich sag nur Kinderpornographie oder sonstiges. Zum anderen hast du schon mal mit EC Karte bezahlt oder Payback Punkte ode rgar ähnliches gesammelt, da werden noch viel mehr Daten gespeichert, da wird ein richtiges Profil von dir entwickelt. Somit weiss der Laden, auf was er mehr achten soll. Allein schon bei den Läden wo man die Postleitzahl angeben muss usw...

Denk einfach mal darüber nach und beruhig dich mal wieder und komm zurück auf den Boden.

bifi
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 63
Registriert: 27.07.2007, 11:42
Wohnort: Eckental
Kontaktdaten:

Beitragvon bifi » 14.10.2007, 01:04

Hmm Klage in München gegen M-Net... Nunja. Nachdem ja jetzt der Beckstein unser Ministerpräsident ist, wird das alles hier eh zum Überwachungs-Polizei-Staat. Da wird dann IP und Paket-Inhalt Speicherung für 1 Jahr bald zur Pflicht!

Benutzeravatar
Organic
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 17
Registriert: 17.09.2006, 17:59
Wohnort: 85435 Erding
Kontaktdaten:

Beitragvon Organic » 14.10.2007, 01:53

hey Taneller, was macht denn die Musik? :-D

Gruß
Organic

Guenni
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 35
Registriert: 05.09.2006, 20:35

Beitragvon Guenni » 14.10.2007, 09:52

Tja, lieber Günni! Kunden, die halt nicht gedankenlos alles akzeptieren

Ich bin nicht gedankenlos, ich mache mir eher ziemlich viele Gedanken um dieses Thema. Das führt dann schon mal zu so einer kopfschüttelnden Aussage von mir.

Es treffen einfach mehrere Interessengruppen aufeinander:

- Die Strafverfolger, die nicht möchten, dass das Internet ein nahezu rechtsfreier Raum wird.
- Die Leute, die Torrents ziehen, sich auf Emule rumtreiben, oder über RapidShare etc. tauschen
- Leute, die aus Prinzip Ihre Privatsphäre geschützt sehen wollen
- Provider, die ihre Netzwerke schützen wollen.
- Die Musik und Filmindustrie:-)

Ein direkter Vergleich mit anderen Dingen ist schwierig, da in unserem Nicht-Internet-Leben alles anders funktioniert.

Aber das IP-Logging und Benutzerzuordnung komplett zu unterlassen, hätte in etwa dieselbe Auswirkung, wie wenn wir im Strassenverkehr alle ohne Nummernschilder rumfahren würden. Nur wenn vor einer Schule gehäuft Kinder zusammengefahren werden, dann machen wir einen Nummernschildzwang vor diesen Unfallstellen. Das kann es ja wohl nicht sein.

Jetzt bitte nicht argumentieren, das Logging im Internet müsste mit einem Videoscan der Nummernschilder verglichen werden. Im Internet sitzt nunmal nicht die Öffentlichkeit an Netzwerkkarten und Routern, und schaut sich die IPs der vorbeifliegenden Pakete an. Im Strassenverkehr sind aber fast immer Beobachter da, die sich Nummernschilder eines Unfallflüchtigen aufschreiben können.

Eine sehr kurze Speicherung (wenige Tage) finde ich deshalb genau richtig. Den üblen Dingen kommt man so auf die Spur, die Privatsphäre bleibt geschützt, und für die Verfolgung der "kleinen" Musik- und Video-Kopierdelikte reicht die Speicherzeit nicht. Da sind dann fast alle zufrieden.

Es steht Dir natürlich frei, auf dem entsprechenden Gesetz rumzureiten, aber ich garantier Dir, die Situation wird bald auslegungsfrei und entgültig in der EU geklärt sein. Ich befürchte, es kommt eine relativ lange Speicherfrist dabei raus. Also warum jetzt künstlich aufregen?

Ergänzend kommt hinzu, dass sich manche Speicherarten einfach nicht abschalten lassen bzw. ein Abschalten den Verlust kompletter Netzwerküberwachungswerkzeuge zur Folge hätten. Wenn Du mit ntop auf einem Router schauen willst, was los ist, dann werden nunmal IPs in einem Round Robin Verfahren gespeichert, das lässt sich nicht verhindern. Soviel zum Thema "Verbot des IP Loggings bei Webservern". Dann müssten Überwachungswerkzeuge wie ntop auch abgeschaltet werden.

Und die Lastüberwachung eines Netzes ist elementare Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb.


Zurück zu „Maxi Komplett / Maxi DSL / Maxi Pur“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste