natives IPv6 (mit Cisco How-To)

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon simmscmi » 02.05.2013, 22:37

Jo, da fehlt dann noch die default-route auf das WAN-Interface, also z.B.

Code: Alles auswählen

ip -6 route add default dev ppp1


Sonst weiß dein router ja nicht, wohin mit Paketen für Adressen, die nicht lokal sind (und es kommt zum beschriebenen Fehler "Network is unreachable").

Ctrl-C
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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon Ctrl-C » 03.05.2013, 00:29

Zwar meldet PING jetzt nicht mehr "Network is unreachable", sondern

Code: Alles auswählen

Pinging ipv6.l.google.com [2a00:1450:4016:802::1011] with 32 bytes of data:
Request timed out.
Request timed out.
General failure.
General failure.

Ping statistics for 2a00:1450:4016:802::1011:
    Packets: Sent = 4, Received = 0, Lost = 4 (100% loss),


aber das bringt das Ganze leider nicht weiter.

Im Falle von IPv4 dient de Router als Standard-Gateway und hat also zwei Adressen: von WAN und von LAN. Sämtliche Anfragen an Adressen außerhalb von LAN-Bereich gehen an den Router, der sie an den ISP versendet. Dafür bekommt sein ppp1 Anschluss vom ISP eine IP-Adresse. Diese Adresse ist wie ein Pförtnerhaus für Pakete, die von Innen nach Außen und umgekehrt gehen.

Im Falle von IPv6 wird diese Außenadresse nicht dem ppp1, sondern der Bridge br0 zugewiesen:

Code: Alles auswählen

br0       Link encap:Ethernet  HWaddr FC:F5:28:34:E9:65
          inet addr:192.168.1.1  Bcast:192.168.1.255  Mask:255.255.255.0
          [color=#FF4040]inet6 addr: 2001:a60:2375:a800:fef5:28ff:fe34:e965/64 Scope:Global[/color]
          inet6 addr: fe80::fef5:28ff:fe34:e965/64 Scope:Link
          UP BROADCAST RUNNING ALLMULTI MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
....

ppp1      Link encap:Point-to-Point Protocol
          inet addr:188.174.159.177  P-t-P:82.135.16.28  Mask:255.255.255.255
          inet6 addr: fe80::fef5:28ff:fe34:e969/10 Scope:Link
          UP POINTOPOINT RUNNING NOARP MULTICAST  MTU:1492  Metric:1


Wie kann ich die Anfragen an ppp1 senden, wenn dieses Gerät gar keine gültige Adresse besitzt? Die Pakete an br0 zu senden hat keinen Sinn, weil für die eigentliche physische Verbindung eben ppp1 zuständig ist. Das ich echt zum verrückt werden. :roll: :oops: :cry:

Was mich besonders ärgert ist die Vermutung, dass das Problem irgendwo ganz oben liegt. Sonst habe ich schon zig Varianten der Einstellungen ausprobiert. Könnte es vielleicht an diesen Einstellungen liegen, die ich im Webinterface gefunden habe?


LAN IPv6 Address Assign Setup

stateless + DNS send by RADVD (DHCPv6 server disable)
stateless + DNS send by DHCPv6 (DHCPv6 server enable) - momentan aktiv
stateful + DHCPv6 server (DHCPv6 server enable)
stateful + DHCPv6 relay (DHCPv6 relay enable)

Leider gibt es keine internen Modems für Annex B, sonst hätte ich bestimmt schon längst eine direkte Verbindung ohne Router eingerichtet.

Ich möchte auch die Gelegenheit nutzen und folgendes sagen: Das IPv6 Protokoll wird eingefürht, weil die IPv4 Adressen praktisch zu Ende gegangen sind. Das war vorauszusehen. So weit klar. Dabei sollte man aber bedenken, dass die meisten Internet-Nuttzer (Kunden also) eben keine Cisco-zertifizierten Systemingenieure und Linux-Administratoren sind. Sondern irgendwelche einfache Buchhalter, wie ich, oder weiß was ich wer. Selbst wenn die eingentliche Umstellung noch Jahre später kömmen soll, werden die ISP auch Jahre später genau die gleiche Kundenstruktur haben, also 0,2% Cisco-Spezialisten und 0,3% Linux-Administratoren, der Rest wird nach wie vor aus Buchhaltern, S-Bahn-Fahrern, Rentnern, Teenagern, Journalisten und Außendienstmitarbeitern bestehen. Und wenn sie jedesmal am Router fummeln werden müssen, um IPv6-PD samt Routing-Tabelle einzurichten, kommt die IPv6 nicht wirklich voran. :wink:

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon simmscmi » 03.05.2013, 06:49

Ctrl-C hat geschrieben:Im Falle von IPv4 dient de Router als Standard-Gateway und hat also zwei Adressen: von WAN und von LAN. Sämtliche Anfragen an Adressen außerhalb von LAN-Bereich gehen an den Router, der sie an den ISP versendet. Dafür bekommt sein ppp1 Anschluss vom ISP eine IP-Adresse.


Soweit schön erklärt, ja.

Ctrl-C hat geschrieben:Im Falle von IPv6 wird diese Außenadresse nicht dem ppp1, sondern der Bridge br0 zugewiesen:


Im Falle von IPv6 bekommst du von m-net nur "Außenadressen"; dabei handelt es sich um Adressen, die öffentlich "zugänglich" sind, sprich jeder aus dem IPv6-Netz kann direkt Pakete an die Adressen schicken (und umgekehrt), ohne dass dein Router erst noch NAT machen muss [und das ist gut so].

Das WAN-Interface deines Routers braucht dabei aber nicht zwangsweise eine öffentliche IPv6-Adresse (schließlich soll ja nicht unbedingt die ganze Welt auf deinen Router direkt zugreifen können), es reicht eine IPv6-Adresse, die seitens m-net angesprochen werden kann (damit deren Router die Pakete von/zu deinen Netzen an deinen Router weiterleiten können, wie du oben ja selbst beschrieben hast). Eine solche IPv6-Adresse ist die Link-Local-Adresse, die mit fe80 beginnt, und eine solche hat dein ppp1-Interface ja. Die Gegenstelle der PPP-Verbindung kann so via IPv6 Pakete mit deinem Router austauschen - und sonst niemand (daher die Bezeichnung "link local" - diese Adressen sind nur im direkten Netz gültig, an dem das jeweilige Interface hängt, und nicht darüber hinaus).

Ctrl-C hat geschrieben:Wie kann ich die Anfragen an ppp1 senden, wenn dieses Gerät gar keine gültige Adresse besitzt?


Es besitzt wie gesagt eine gültige Adresse, nur keine, die vom ganzen Internet aus erreicht werden kann. Wenn du direkt auf dem Router bist und ping machst, dann leitet der Netzwerkstack das Paket an das entsprechende Interface; da die IPv6-Zieladresse von google nicht zum (deinem router bekannten) IPv6-Netzwerk der br0 gehört, schickt der Router das Paket eben an die default-Route, also an ppp1.

Ctrl-C hat geschrieben:stateless + DNS send by RADVD (DHCPv6 server disable)
stateless + DNS send by DHCPv6 (DHCPv6 server enable) - momentan aktiv
stateful + DHCPv6 server (DHCPv6 server enable)
stateful + DHCPv6 relay (DHCPv6 relay enable)


Da gehts dann mehr darum, was dein Router wiederum an die Rechner in deinem LAN/WLAN weiterverteilt; ich würde da das erste nehmen (stateless + DNS send by RADVD), dann musst du bei deinen Clients normalerweise nix machen.

Ctrl-C hat geschrieben:Leider gibt es keine internen Modems für Annex B, sonst hätte ich bestimmt schon längst eine direkte Verbindung ohne Router eingerichtet.


Internes Modem? Huh?

Ctrl-C hat geschrieben:Und wenn sie jedesmal am Router fummeln werden müssen, um IPv6-PD samt Routing-Tabelle einzurichten, kommt die IPv6 nicht wirklich voran.


Das ist aber wohl ein Problem der Routerhersteller - an sich wäre der Aufwand mit IPv6 für die sogar kleiner. Ich hab' leider keine Erfahrung mit diesen Plastikdingern und IPv6, bei mir macht das ein "normaler" Rechner mit Linux, aber ich denke, bei den Fertigrouterchen gibts bestimmt Unterschiede in der Qualität (und dazu zählt auch die Weboberfläche, mit der man das alles einstellen kann) - man muss dann eben ein Modell nehmen, das in der Hinsicht auch was taugt, dann muss man da nicht "jedesmal am Router fummeln" ;)

edit:
Hier mal meine aktuelle IPv6-Einstellungen auf dem router, zum Vergleich (unwichtiges Füllzeugs entfernt; bei mir sind die beiden Netze [WLAN und LAN] auch unterschiedliche IP-Netze):

Code: Alles auswählen

root@minidoc:~# ip -6 a
1: lo:
    inet6 ::1/128 scope host

2: eth0:
    inet6 2001:a60:ABCD:0001:68ff:dead:fefe:a28/64 scope global
    inet6 fe80::21e:68ff:fe8f:a28/64 scope link      

3: wlan0:
    inet6 2001:a60:ABCD:0002:e2ff:dead:fefe:913f/64 scope global
    inet6 fe80::21f:e2ff:febc:913f/64 scope link

4: ppp0:
    inet6 fe80::2800:848d:60c5:7bea/10 scope link


Code: Alles auswählen

root@minidoc:~# ip -6 r
2001:a60:ABCD:0001::/64 dev eth0
2001:a60:ABCD:0002::/64 dev wlan0
fe80::/64 dev eth0
fe80::/64 dev wlan0
fe80::/10 dev ppp0
default dev ppp0

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon Ctrl-C » 03.05.2013, 10:43

Hier ist der Hund begraben!

Das ist deine Einstellung:

Code: Alles auswählen

2: eth0:
    inet6 2001:a60:ABCD:0001:68ff:dead:fefe:a28/64 scope global
    inet6 fe80::21e:68ff:fe8f:a28/64 scope link     


Und das - meine :(

Code: Alles auswählen

10: eth3: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qlen 1000
    inet6 fe80::fef5:28ff:fe34:e965/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever
15: br0: <BROADCAST,MULTICAST,ALLMULTI,UP,LOWER_UP> mtu 1500
    inet6 2001:a60:2376:de00:fef5:28ff:fe34:e965/64 scope global
       valid_lft forever preferred_lft forever
    inet6 fe80::fef5:28ff:fe34:e965/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever
17: eth1.0@eth1: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500
    inet6 fe80::fef5:28ff:fe34:e965/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever
18: eth2.0@eth2: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500
    inet6 fe80::fef5:28ff:fe34:e965/64 scope link
       valid_lft forever preferred_lft forever


Es gibt also keine eth-Schnittstelle, die eine öfentliche IPv6-Adresse besitzt!! Nun ist es klar, warum Windows-Client keinen Zugang ins Internet hat. Die Frage bleibt allerdings, warum ich vom Router aus, also vom CLI im schwarzen Fenster kein Internet erreiche.


P.S. Selbstverständlich bin ich mir dir absolut einverstanden, dass auch die Router-Hersteller nachziehen müssen. Denn das hier ist die blanke Katastrophe und für den normalen Endkunden definitiv unzumutbar. Dem Endkunden ist aber schließlich egal, warum IPv6 nicht funktioniert und wo das Problem liegt: am Router oder am ISP. Das Internet ist längst zu einen Verbraucherprodukt geworden wie Wasserkocher, Fernseher oder Mikrowelle. Wahrscheinlich wird es noch Zeit brauchen, aber am Ende muss IPv6 genauso Benutzerfreundlich sein.

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon simmscmi » 03.05.2013, 11:08

Ctrl-C hat geschrieben:Es gibt also keine eth-Schnittstelle, die eine öfentliche IPv6-Adresse besitzt!!


Aber die bridge br0 hat eine, und ich gehe mal davon aus dass in dieser das WLAN und interne LAN des routers zusammengefasst sind - an sich müsste das daher schon passen.

Ctrl-C hat geschrieben:Nun ist es klar, warum Windows-Client keinen Zugang ins Internet hat.


Nö, das liegt IMHO eher daran, dass du in deinen Router-Einstellungen bisher "stateless + DNS send by DHCPv6 (DHCPv6 server enable)" aktiviert hast, dein Windows daher also per DHCPv6 nach seinen IPv6-Einstellungen fragen müsste (was es per default nicht tut, soweit ich weiß). Daher meinte ich vorhin ja, du solltest das auf "stateless + DNS send by RADVD (DHCPv6 server disable)" umstellen, damit sich die Clients automatisch konfigurieren. (Ob sie sich konfiguriert haben, müsstest du ja unter Windows ab Vista auch bequem über den Status des jeweiligen Netzwerk-Interfaces anschauen können, da sind IMHO auch die IPv6-Adressen in der Liste dann).

Ctrl-C hat geschrieben:Die Frage bleibt allerdings, warum ich vom Router aus, also vom CLI im schwarzen Fenster kein Internet erreiche.


Allerdings - man sollte noch prüfen, ob das IP-Forwarding für IPv6 aktiviert ist (da die Quell-IPv6-Adresse ja im br0-Netz liegt, der Default-Router aber an ppp1, so dass rein vom Prinzip her ja ein Forwarding stattfinden müsste :? )

Code: Alles auswählen

$ sysctl net.ipv6.conf.all.forwarding


sollte eine 1 ergeben, sonst einfach mal mit

Code: Alles auswählen

$ sysctl net.ipv6.conf.all.forwarding=1


aktivieren, und ggf. prüfen, ob nicht irgendwelche Firewall-Regeln (ip6tables) den Paketversand stören.

OT:

Ctrl-C hat geschrieben:P.S. [...] Denn das hier ist die blanke Katastrophe und für den normalen Endkunden definitiv unzumutbar.


Dem stimme ich zu :)

Ctrl-C hat geschrieben:Das Internet ist längst zu einen Verbraucherprodukt geworden wie Wasserkocher, Fernseher oder Mikrowelle.


... daher kommt jetzt die Telekom und machts wieder kaputt :( [gibts da eigentlich ne klare verlässliche Aussage seitens m-net, ob die dieses unsägliche Verhalten der Drosselkom nachmachen wollen? Die BWLer im Unternehmen würd's sicher freuen...]

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon Ctrl-C » 03.05.2013, 11:53

Den SYSCTL Befehl habe ich nicht, eine mehr oder weniger brauchbare Anleitung zu CLI sucht man im Internet vergeblich. Aber ich denke, ich habe eine Lösung: den Router schicke ich zurück an Amazon oder verkaufe auf eBay (je nach Rückgabefrist), denn solche Hersteller sollte man langsam erziehen.

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon simmscmi » 03.05.2013, 12:08

Ctrl-C hat geschrieben:Den SYSCTL Befehl habe ich nicht, eine mehr oder weniger brauchbare Anleitung zu CLI sucht man im Internet vergeblich.

sysctl wäre ja auch ein Linux-Befehl (wie alle Befehle, die ich hier so angebe), also dann eher in ner normalen Shell (SH) zu finden statt in ner Router-eigenen CLI.

Alternativ sollte man auch mit

Code: Alles auswählen

echo 1 > /proc/sys/net/ipv6/conf/all/forwarding

auskommen statt mit sysctl.

OT:

Welcher Router wäre denn eine Alternative? (Ich kenn' mich da wie gesagt nicht aus, ich habe noch nie (also die letzten 15 Jahre) ein entsprechendes Gerät benutzt, und mir graut schon davor, am Ende so eine doofe Fritzbox nutzen zu müssen, wenn ich durch Umzug mal in den Genuss von m-nets Glasfaser-DSL kommen sollte, anstatt dass man Kunden auf eigene Verantwortung eigene Systeme nutzen lässt; tatsächlich ist dieser Fritzbox-Zwang ein wesentliches Hemmnis, mich intensiver um m-net-Glasfaser zu kümmern)

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon /me » 03.05.2013, 12:21

simmscmi hat geschrieben:OT:
Welcher Router wäre denn eine Alternative? (Ich kenn' mich da wie gesagt nicht aus, ich habe noch nie (also die letzten 15 Jahre) ein entsprechendes Gerät benutzt, und mir graut schon davor, am Ende so eine doofe Fritzbox nutzen zu müssen, wenn ich durch Umzug mal in den Genuss von m-nets Glasfaser-DSL kommen sollte, anstatt dass man Kunden auf eigene Verantwortung eigene Systeme nutzen lässt; tatsächlich ist dieser Fritzbox-Zwang ein wesentliches Hemmnis, mich intensiver um m-net-Glasfaser zu kümmern)

Bei der "doofen" Fritzbox muss man IPv6 über die Weboberfläche nur einschalten, damit es funktioniert.

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon simmscmi » 03.05.2013, 12:34

OK, ich hätte vielleicht ein "in meinen Augen" vor das "doofe" setzen sollen. In meinem Setup wäre es beispielsweise unökologischer, dieses Ding zu betreiben, weil Router/NAS/etc. bereits vorhanden ist - da muss nicht noch so ein für mich völlig unnötiges Ding mehr Strom verbrauchen als eigentlich für die reine Internetbereitstellung nötig wäre.

Ich persönlich mag einfach AVM und deren Produkte nicht, daher ist diese Fritzbox-Pflicht bei m-net für mich eben ein Hemmnis, deren an sich besseres Produkt "Glasfaser-Anschluss" zu nutzen. Gut, das stört bei m-net natürlich niemanden, das ist mir schon klar. Aber wenn niemand sagt, was einem nicht passt, dann gibts auch nie die Möglichkeit, dass sich doch mal was ändert. Und für "Meinung sagen" ist ein Forum ja wohl prädestiniert :)

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon LutzAlbers » 03.05.2013, 12:38

simmscmi hat geschrieben:Nö, das liegt IMHO eher daran, dass du in deinen Router-Einstellungen bisher "stateless + DNS send by DHCPv6 (DHCPv6 server enable)" aktiviert hast, dein Windows daher also per DHCPv6 nach seinen IPv6-Einstellungen fragen müsste (was es per default nicht tut, soweit ich weiß). Daher meinte ich vorhin ja, du solltest das auf "stateless + DNS send by RADVD (DHCPv6 server disable)" umstellen, damit sich die Clients automatisch konfigurieren. (Ob sie sich konfiguriert haben, müsstest du ja unter Windows ab Vista auch bequem über den Status des jeweiligen Netzwerk-Interfaces anschauen können, da sind IMHO auch die IPv6-Adressen in der Liste dann).


Davon würde ich eher abraten, nicht jeder IPv6 client versteht die RFC extension bei der DNS via RA's übermittelt werden, aber jeder halbwegs moderne client kann sich die DNS via DHCPv6 ziehen (Windows mindestens ab 7, MAC OS X).

Unter Windows kann man sich das auch mit ipconfig /all ansehen, dann sieht man ja ob ein V6 DNS server eingetragen ist (sofern dein Router entweder selbst als proxy spielt oder einfach die mnet DNS Server Adressen weitergibt).

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon norg » 03.05.2013, 12:39

simmscmi hat geschrieben:Ich persönlich mag einfach AVM und deren Produkte nicht, daher ist diese Fritzbox-Pflicht bei m-net für mich eben ein Hemmnis, deren an sich besseres Produkt "Glasfaser-Anschluss" zu nutzen. Gut, das stört bei m-net natürlich niemanden, das ist mir schon klar. Aber wenn niemand sagt, was einem nicht passt, dann gibts auch nie die Möglichkeit, dass sich doch mal was ändert. Und für "Meinung sagen" ist ein Forum ja wohl prädestiniert :)

Die AVM Kisten sind halt Spielzeug, für Privatanwender meist ausreichend, aber wer technisch versiert ist will halt ordentliche Hardware und unter seiner eigenen Fuchtel.
Bin da ganz bei dir. Kann dir aber sagen, dass du den Fritzbox-Zwang auch umgehen kannst, du musst dir halt die Daten aus der Fritzbox auslesen (Telnet aktivieren, auslesen, gut is) und dann deine eigene Hardware passend einrichten. Ist halt mit Aufwand verbunden, der sich aber IMHO lohnt.

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon Ctrl-C » 03.05.2013, 12:57

Also ich habe diese "forwarding" Datei im entsprechenden Verzeichnis gefunden und das mit "echo 1" erledigt. Keine Änderung. Naja, was nicht geht, geht halt nicht.

Was "doofe" AVM Geräte angeht, so kann man sie mögen oder nicht, aber sie bieten genau das an, womit Windows seinerzeit Marktanteile geholt hat: die Benutzerfreundlichkeit. Linux ist bestimmt nicht schlechter, wer aber denkt, dass ein Normalbenutzer noch UNIX-Kurs absolvieren wird, wo er Megabytes von Manpages liest, zig Shell- und Vim Befehle auswendig lernt, damit er dann diverse Konfugurationsdateien manuell anpassen kann, und das alles nur um Mails zu lesen, Mahjongg zu spielen und auf Amazon und eBay einzukaufen, wer das denkt, der irrt. Man kann Windows zum Teufel verdonnern, am Ende zählt aber die Benutzerfreunlichkeit. Nicht einmal der Preis, wie wir alle sehen. Der Kunde zahlt gerne dafür, damit er sein Gerät einfach einschalten und bedienen kann. Selbst wenn die Konkurenz wesentlich stabiler, besser, günstiger und technisch überlegener ist, wird sie den Krieg verlieren, wenn ihre Produkte kompliziert zu bedienen sind. Und hier haben wir ein sehr gutes Beispiel: AVM und ZyXEL. Ich mag AVM auch nicht, aber in der Sache Benutzerfreundlichkeit ist diesem Hersteller nichts vorzuwerfen. Die Web-Oberfläche von AVM bietet Einstellungen an, die man im ZyXEL-Shell selbst nach zwei Stunden Suche nicht findet. Weder im Internet, noch durch ausprobieren. Und jetzt der Hammer: die ZyXEL Knowledge Base erlaubt das bloße Lesen nur an authorisierte angemeldete Partner. Toll, oder?

Natürlich sind ISP nicht in der Lage, how-to's für jeden pöppeligen Router zu erstellen. Aber sie können eine bestimmte Zertifizierung einführen. Wenn die Telekom, Telefónica, Vodafone oder halt M-Net :wink: das Zertifikat für ein oder anderes Produkt vergeben, dann weiß der Käufer, dass nicht nur der ISP, sondern auch der Hersteller ein problemloses Funktionieren im entsprechenden Netz garantieren kann. Ohne eine solche Freigabe geht die Gefahr auf den Kunden über.

Ich denke, ich sollte mit Cisco 866VAE probieren. Zumindest gibt es hier tonnenweise Foren und How-To's. :D

Ctrl-C
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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon Ctrl-C » 03.05.2013, 13:16

LutzAlbers hat geschrieben:Unter Windows kann man sich das auch mit ipconfig /all ansehen, dann sieht man ja ob ein V6 DNS server eingetragen ist (sofern dein Router entweder selbst als proxy spielt oder einfach die mnet DNS Server Adressen weitergibt).


Eben nicht! :(

Code: Alles auswählen

   Connection-specific DNS Suffix  . :
   Description . . . . . . . . . . . : Atheros AR8121/AR8113/AR8114 PCI-E Ethernet Controller
   Physical Address. . . . . . . . . : 00-23-54-96-F9-46
   DHCP Enabled. . . . . . . . . . . : No
   Autoconfiguration Enabled . . . . : Yes
   Link-local IPv6 Address . . . . . : fe80::ec8e:7eac:f626:fb73%10(Preferred)
   IPv4 Address. . . . . . . . . . . : 192.168.1.2(Preferred)
   Subnet Mask . . . . . . . . . . . : 255.255.255.0
   Default Gateway . . . . . . . . . : fe80::fef5:28ff:fe34:e965%10
                                       192.168.1.1
   DNS Servers . . . . . . . . . . . : 192.168.1.1


Aber das ist egal: ich kann von Router aus (vom CLI oder vom Shell) kein Internet erreichen, Windows-Client ist eine andere Geschichte.

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon simmscmi » 03.05.2013, 13:23

Ctrl-C hat geschrieben:Was "doofe" AVM Geräte angeht, so kann man sie mögen oder nicht, aber sie bieten genau das an, womit Windows seinerzeit Marktanteile geholt hat: die Benutzerfreundlichkeit.


Zweifelsohne!

Ctrl-C hat geschrieben:Linux ist bestimmt nicht schlechter


Die FritzBoxen basieren lt. Wikipedia auch auf Linux - sie haben halt wohl ne sehr gute Konfigurationsoberfläche.

Ctrl-C hat geschrieben:wer aber denkt, dass ein Normalbenutzer noch UNIX-Kurs absolvieren wird [...] der irrt.


Ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck erweckt, dass ich das denke! Mir gehts eigentlich nur darum, dass man den Leuten eine Wahl lässt. Ich sehe durchaus, dass die FritzBoxen für vermutlich den Großteil der Kunden die beste Wahl darstellen, aber ich finds schade, dass jemand wie ich, der das eh schon alles seit jeher selbst gemacht hat und nicht auf einfache GUIs angewiesen ist, nicht die Möglichkeit hat zu sagen "ich brauch' nur ein einfaches Modem" und statt dessen gezwungen wird, sich ein völlig überdimensioniertes Ding hinzustellen, das ihm nur mehr Arbeit macht als Nutzen bringt.

Ctrl-C hat geschrieben:Und jetzt der Hammer: die ZyXEL Knowledge Base erlaubt das bloße Lesen nur an authorisierte angemeldete Partner. Toll, oder?


Es ist deprimierend, dass es sowas immer noch gibt :( - aber solch eine Denkweise ist ja auch in anderen Bereichen vertreten, allein der Automobilsektor. Ich hätte letztens durchaus mein Auto selbst reparieren können - wenn ich denn die Dokumentation gehabt hätte, um überhaupt zu diagnostizieren, wo der Fehler lag. Hätte ich z.B. Soll-Werte/Soll-Wellenformen von meinem Drehzahlsensor gehabt, hätte ich den selbst für 30 EUR tauschen können. So aber hätte ich am Auto zwar messen können, was ich wollte - aber wenn ich nicht weiß, wie ein Signal aussehen soll kann ich keine Abweichung feststellen. So kostete die Reparatur dann eben 200 EUR. Und das alles nur, weil es keine offene Dokumentation zum Auto gibt, nicht mal für Käufer des Fahrzeugs. Früher waren z.B. bei TVs und Radios noch Schaltpläne mit dabei, damit man Fehler beheben (lassen) konnte - gibts meines Wissens nach auch nicht mehr [was zugegebenermaßen beim aktuellen Miniaturisierungsgrad auch nur begrenzt sinnvoll wäre]. Hach, da könnte man an so vielen Stellen jammern... ;)

Ctrl-C hat geschrieben:Wenn die [...] das Zertifikat für ein oder anderes Produkt vergeben, dann weiß der Käufer, dass nicht nur der ISP, sondern auch der Hersteller ein problemloses Funktionieren im entsprechenden Netz garantieren kann. Ohne eine solche Freigabe geht die Gefahr auf den Kunden über.


Ja, das sehe ich ja durchaus auch so, und damit wäre ich ja auch einverstanden - aber ich habe ja eben nicht mal die Wahl, die Gefahr auf mich zu nehmen *g*

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Re: natives IPv6 (mit Cisco How-To)

Beitragvon Ctrl-C » 03.05.2013, 19:47

Also das war's schon. Die letzte Aktion vom Router war den Rücksendeschein vom Amazon auszudrucken. :D Ich will den Hersteller nicht dafür belohnen, dass ich meine Nerven und Zeit verlieren darf.

Wenn ich einen Wasserkocher kaufe, kommt er gleich mit Stromleitung. Niemand wird einen Wasserkocher kaufen, wo man noch nach Watt/Amper-Angaben erst Querschnitt der Leitung ausrechnen muss, um diese Leitung zu kaufen und zu montieren. Dabei stellt der Kunde heraus, dass er sich noch einen TORX-Schraubenzieher beschaffen muss um das Gehäuse überhaupt zu öffnen und ans Innenleben zu kommen.


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