Mitbewohner hat unberechtigt Preselection abgeschlossen

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yosh
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Mitbewohner hat unberechtigt Preselection abgeschlossen

Beitragvon yosh » 01.07.2008, 11:12

Hallo zusammen!

Gestern hat sich mein leichtgläubiger Mitbewohner in meiner Abwesenheit einen Preselection-Vertrag bei einer dubiosen Firma names "StarCom" von einem Hausierer aufschwatzen lassen. Da der Telefonanschluss (ausschließlich) auf mich läuft und ich gar nicht verstehe, wie er auf den Typen reinfallen konnte, habe ich den Vertrag gleich per Post widerrufen.
Allerdings habe ich noch so meine Befürchtungen (und nach kurzer Suche im Internet auch bestätigt), dass "StarCom" sich da ein wenig querstellt und trotzdem versucht die Preselection durchzuführen. Deswegen meine Frage: Wie verhält sich M-Net, wenn diese Umstellung auf Preselection beantragt wird und da zwar mein Name, aber nicht meine Unterschrift (und auch nicht die eines Befugten) steht? Soll ich sicherheitshalber mal beim Kundenservice anrufen und vorbeugend die Umstellung sperren?

Am Rande noch: Der Typ scheint sich als Telekommitarbeiter ausgegeben zu haben und hat es anscheinend als "niedrigere Grundgebühr" verkauft. Er denkt wohl, dass wir bei der Telekom sind, kann von Seiten Telekom (ohne Einverständis von M-Net) eine Umstellung erfolgen?

Grüße,
yosh

Wolfpack
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Beitragvon Wolfpack » 01.07.2008, 11:27

Hier zeigt sich wieder einmal: Es ist gut, bei M-Net zu sein!!!

Preselection ist im Netz von M-Net unmöglich und kann (bzw. darf) technisch nicht ausgeführt werden.
Eine Portierung zur Telekom ist ohne schriftlichen Auftrag des Anschlussinhabers ebenfalls nicht möglich.
Dein Mitbewohner hat als unberechtigter Vertreter fungiert, eine Genehmigung deinerseits ist nicht erfolgt.

Ihr hättet nicht mal widerrufen müssen. Aber besser das ihr es getan habt.
Die Gewitterziegen von StarCom werden jetzt kräftig vom Stapel ziehen, ihr werdet kiloweise Papier von Inkassbüros, Anwälten und ähnlichem erhalten. Aber klagen werden sie nicht. Falls euch das auf den Geist geht, könnt ihr Feststellungsklage auf Nichtbestehen der Forderung erheben. Allerdings müsst ihr da in Vorleistung gehen und es kostet Zeit und Nerven. Besser abwarten und es draussen blitzen und donnern lassen, bis sich nichts mehr tut.
Spart euch auch die Zeit, zu versuchen in Briefen die Situation zu erklären. Diese kennt StarCom besser als ihr - sie ist ihnen nur egal, denn sie will ja euer Geld auch ohne einen Anspruch zu haben!

Auf die Täuschung bei "Vertragsschluss" (der ja keiner war) zu pochen oder zu versuchen sich sonst irgendwie zu rechtfertigen bringt euch nix, da ihr erstens schwerlich die Situation nachweisen könnt und es andererseits niemanden interessiert.
Sollte StarCom von deinem Mitbewohner Schadenersatz verlagen, dürfen sie erst Mal den Vertragsschluss nachweisen (hat er was unterschrieben?) und dann kann man erst mal richtig juristisch vom Stapel ziehen.
Gegen dich hat StarCom definitiv KEINE Forderungen, weder aus Vertrag noch aus irgendeiner Pflichtverletzung!

ALSO: ZURÜCKLEHNEN UND IGNORIEREN!

Falls euch das juristische Gedöhns wirklich verunsichern sollte (wozu es keinen Grund gibt), könnt ihr mir gerne eine PN schicken, dann geb ich euch an eine Kanzlei in München weiter, die sich gerne und viel mit diesen Neuzeit-Raubrittern kloppt!

yosh
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Beitragvon yosh » 01.07.2008, 11:33

Danke für die aufmunternden Worte und die Info mit Preselection bei M-Net :-) Vor "juristischem Gedöhns" von StarCom habe ich keine Angst, allein schon das Widerrufsrecht ist da ja sehr eindeutig - zum Glück 8)

webcam_service
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Beitragvon webcam_service » 01.07.2008, 11:44

geht schon mal damit los, daß der Vertrag nichtig ist, weil:

1. Der Unterzeichnende nicht bevollmächtigt war.
2. Preselection einen Anschluß der Telekom voraussetzt.

http://www.starcom-shop.de/index.php?op ... Itemid=210

Code: Alles auswählen

Für alle Angebote, ausgenommen SCKomplett mit SC-Anschluss, ist ein Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG erforderlich.


Das ist definitiv nicht der Fall, damit ist der Vertrags wirkungslos.
Ähnlich verhält sich der Sachverhalt bei T-online-Verträgen, weil dort ebenfalls für den Vertrag ein Anschluß der Telekom notwendig ist.
im Test: FritzBox Fon 7270 FW.54.04.52
M-Net: Maxi-DSL 18000 @ 16 Mbit/s Leitungslänge: ca. 1070 m @ 0,4mm²
VSt: Broadcom | DSL-Version 97.147 - H52

avf
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Beitragvon avf » 01.07.2008, 13:35

webcam_service hat geschrieben:geht schon mal damit los, daß der Vertrag nichtig ist, weil:

1. Der Unterzeichnende nicht bevollmächtigt war.
2. Preselection einen Anschluß der Telekom voraussetzt.

http://www.starcom-shop.de/index.php?op ... Itemid=210

Code: Alles auswählen

Für alle Angebote, ausgenommen SCKomplett mit SC-Anschluss, ist ein Telefonanschluss der Deutschen Telekom AG erforderlich.


Das ist definitiv nicht der Fall, damit ist der Vertrags wirkungslos.
Ähnlich verhält sich der Sachverhalt bei T-online-Verträgen, weil dort ebenfalls für den Vertrag ein Anschluß der Telekom notwendig ist.

3. Handelt es sich hierbei wohl um einen sogenannten "Haustürvertrag". Da dieser außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmens geschlossen wird, hättet ihr neben obigen Punkt 1. und 2. noch die Möglichkeit einfach innerhalb von 2 Wochen das ganze zu widerrufen ;-)

Wolfpack
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Beitragvon Wolfpack » 03.07.2008, 10:37

@ webcam_service & avf:
...und trotzdem wird es StarCom nicht abhalten, mit Säbeln zu rasseln und wildes Kampfgeschrei zum Besten zu geben! :-)
Jura im Reagenzglas ist schön und lustig, aber die Wirklichkeit sieht immer anders aus. Yosh erzählt uns hier seine Version (wobei ich mir sicher bin, dass er natürlich die Wahrheit sagt), der StarCom-Mitarbeiter erzählt selbstverständlich eine andere Version.
Und eine Schadensersatzklage von StarCom gegen den Mitbewohner wegen der "Täuschung" bei Vertragsanbahnung (der böse, böse Mitbewohner hat dem armen, armen Starcom-Mitarbeiter ja natürlich erzählt, sie hätten einen T-Com-Anschluss und dann den Vertrag unberechtigt abgeschlossen) ist nicht ausgeschlossen!

WaS
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Beitragvon WaS » 03.07.2008, 11:25

avf hat geschrieben:3. Handelt es sich hierbei wohl um einen sogenannten "Haustürvertrag".
Da dieser außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmens geschlossen
wird, hättet ihr neben obigen Punkt 1. und 2. noch die Möglichkeit einfach
innerhalb von 2 Wochen das ganze zu widerrufen

Eindeutig, siehe <http://de.wikipedia.org/wiki/Haustürgeschäft>.
Wenn ich richtig lese, dann hat der OP den Vertrag ja bereits
widerrufen.

Falls Starcom tatsächlich "mit dem Säbel rasselt", dann braucht
man also erst mal nicht über "Täuschung" oder "Unwirksamkeit" zu
streiten, sondern dann geht es primär um die Wirksamkeit des
Widerrufs (der seinerseits ja nicht mal eine Begründung bräuchte).

Wolfpack
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Beitragvon Wolfpack » 03.07.2008, 14:08

WaS hat geschrieben:
avf hat geschrieben:3. Handelt es sich hierbei wohl um einen sogenannten "Haustürvertrag".
Da dieser außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmens geschlossen
wird, hättet ihr neben obigen Punkt 1. und 2. noch die Möglichkeit einfach
innerhalb von 2 Wochen das ganze zu widerrufen

Eindeutig, siehe <http://de.wikipedia.org/wiki/Haustürgeschäft>.
Wenn ich richtig lese, dann hat der OP den Vertrag ja bereits
widerrufen.

Falls Starcom tatsächlich "mit dem Säbel rasselt", dann braucht
man also erst mal nicht über "Täuschung" oder "Unwirksamkeit" zu
streiten, sondern dann geht es primär um die Wirksamkeit des
Widerrufs (der seinerseits ja nicht mal eine Begründung bräuchte).

So, und jetzt lernen wir etwas, was sich die Relativität des Schuldrechts nennt: Der Mitbewohner hat einen Vertrag geschlossen über einen nicht vorhandenen T-Com-Anschluss und über einen M-Net-Anschluss über den er nicht verfügen darf.
Der Inhaber des M-Net-Anschlusses hat einen Widerruf auf einen nichtbestehenden Vertrag getätigt. Er war zu keiner Zeit in den Vertrag eingebunden, folglich kann er auch nicht widerrufen.
Mit viel Glück (und je nach Formulierung im Widerrufsschreiben, dass dann sehr wohl begründet sein muss) lässt sich vor Gericht die Widerrufserklärung des M-Net-Anschlussinhabers als Widerruf des Vertragsschliessenden auslegen.


Hach ja...

Wenn ein Physiker eine Formel an die Tafel schreibt, staunt und nickt alles...
Wenn ein Informatiker einen Quellcode an die Wand beamt, staunt und nickt alles...
Wenn ein Biologe ein Modell eines Kreislaufs baut, staunt und nickt alles...
Aber wehe ein Jurist analysiert einen Sachverhalt und bildet eine rechtliche Beurteilung... dann steht ist Hölle offen - denn schliesslich kennt sich jeder besser aus als der Jurist!
Dank des Internets darf sich inzwischen auch die Berufsgruppe der Ärzte ähnlich freuen - mussten Sie früher nur gegen die Fraktion der Apotheken-Umschau-Leserinnen ankämpfen, sind die Windmühlen heute um einiges größer geworden...

My 2 cents zum Nachmittag...

Quarznase
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Beitragvon Quarznase » 03.07.2008, 14:35

Wolfpack hat geschrieben:...
Aber wehe ein Jurist analysiert einen Sachverhalt und bildet eine rechtliche Beurteilung... dann steht ist Hölle offen - denn schliesslich kennt sich jeder besser aus als der Jurist!


hehe da kann ich dir zustimmen. Ist echt manchmal lustig, was man so an juristischem Halbwissen lesen darf ;)

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Beitragvon WaS » 03.07.2008, 17:05

Mit Verlaub: Das ist doch alles Kokolores!

Wenn StarCom sich tatsächlich querlegt, dann gehen sie doch
davon aus, dass der Vertrag wirksam ist. Aber genau dann hat
der Kunde das Recht des Widerrufs, ohne irgendwelche weiteren
Voraussetzungen.
Also, warum sollte der OP sich um die viel kompliziertere Frage
scheren, ob der Vertrag wirksam ist? Sowas kann nur ein Jurist
empfehlen, den das Problem reizt (oder der Arbeit braucht... :wink:)

Wolfpack
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Beitragvon Wolfpack » 03.07.2008, 18:18

Weil wir hier gerade über den Mitbewohner geredet haben. Und der Mitbewohner kann auch einen Vertrag über Preselection schliessen, ohne einen T-Com-Anschluss zu besitzen oder überhaupt zu wissen, was ein Telefon ist.
Genauso kann ich mit dir einen Kaufvertrag über den Mond abschliessen. Damit mach ich mich dann genauso schadensersatzpflichtig wie (unter Umständen) der Mitbewohner, dennoch ist der Vertrag gültig.
Aber ein Nichtjurist versteht das nicht, bis er auf den "Schurkenstaat mit seinen Rechtsverdrehern" schimpfend aus dem Gerichtssaal kommt, weil er verloren hat... mehr als einmal erlebt! ;-)

JustMe
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Beitragvon JustMe » 04.07.2008, 14:46

richtig erkannt, hier geht es um den Mitbewohner der den Vertrag abgeschlossen hat, also hat Yosh damit so zu sagen garnichts am Hut.
Es ist also kein Vertrag zwischen Yosh und Stardingsbums zustande gekommen.
Was den Mitbewohner angeht, der sollte vielleicht den Widerruf einlegen, weil das ganze ja auf seinen Namen laufen wird.

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Beitragvon webcam_service » 04.07.2008, 15:20

Wie immer sind die Gesetzte - je nach Anwalt - Auslegungssache. Wie viel Spielraum da drin ist, sieht man ja schon bei den Abmahnungen, die oftmals keine sind.
im Test: FritzBox Fon 7270 FW.54.04.52

M-Net: Maxi-DSL 18000 @ 16 Mbit/s Leitungslänge: ca. 1070 m @ 0,4mm²

VSt: Broadcom | DSL-Version 97.147 - H52

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Beitragvon yosh » 05.07.2008, 09:12

Hui, hier gehts ja noch richtig ab :-) Den Gedanken, dass mein Mitbewohner den Widerruf schreiben soll, hatte ich damals auch schon. Als Vertragspartner stehe ich im Vertrag, er hat als angeblich Befugter unterschrieben. Mit Jura habe ich wenig am Hut, aber nachdem der Anschluss auf mich läuft, sehe ich mich da in der Pflicht.

Wie der Zufall so will, habe ich gerade den Postboten gehört, mal sehen ob was Interessantes zu dem Fall im Briefkasten liegt.

Turan
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Starcom geht wohl kaum vor Gericht

Beitragvon Turan » 05.07.2008, 11:36

Wolfpack hat geschrieben:Und eine Schadensersatzklage von StarCom gegen den Mitbewohner wegen der "Täuschung" bei Vertragsanbahnung ist nicht ausgeschlossen!

Die tun nichts, wenn man sich auf die Hinterfüße stellt.

Starcom hat letztes Jahr meinen Vater (82) über den Tisch gezogen. Auf einen Einschreibebrief reagierten sie nicht, weshalb ich den Fall dem Bayerischen Fernsehen ("Kontrovers", Rubrik "Wahnsinn") anbot. Der BR bekam eine Antwort, dass Starcom für den Vertragsausstieg 50 Euro Entschädigung wolle. Seitdem der Beitrag im März gesendet wurde, ist Ruhe. Die 50 Euro bekamen sie natürlich nicht.

Wenn der BR dasselbe Thema nicht schon wieder aufgreifen will, würde ich die Süddeutsche Zeitung empfehlen.

Im Umgang mit solchen Telefonanbietern hilft nur: lieber spucken als schlucken!

Turan


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