Speicherung von Verbindungsdaten und IP-Adressen nicht zul.

Alle Themen rund um die DSL - Produkte

Moderatoren: Yusuf, Florian S., Sven

Taneller
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 23
Registriert: 10.11.2006, 13:27
Wohnort: Nürnberg

Beitragvon Taneller » 15.10.2007, 09:03

@Guenni
Finde ich toll, welche Gedanken Du Dir hier gemacht hast. Klasse dargestellt 8) . Eben auch eine Analyse, die klar nachvollziehbar ist.

Wie Du sagst, das Internet ist mit unserem "normalen" Leben nicht vergleichbar. Das macht's auch schwierig zu differenzieren. Man muss vielleicht die Zeit für sich arbeiten lassen, um zu sehen, wo's hinlaufen wird.

Ich persönlich glaube nicht, dass eine generelle Speicherung für einen noch längeren Zeitraum sich durchsetzten lassen wird. Es müssen dafür glücklicherweise noch viele Hürden überwunden werden. Solche Angelegenheiten landen mittlerweile immer öfter vor dem Bundesverfassungsgericht. Und dann muss man sehen, was dabei rauskommt.

Mein Fazit aus diesem Thread sieht jedenfalls so aus:
    * Es gibt Leute, die sich ernsthafte Gedanken machen... :megacool
    * Manch einen, der erst oberflächlich geacht hat und nach der Diskussion etwas genauer hinsieht :D
    * ein paar die einfach nur blubbern, damit sie ihre Zeit totschlagen :?


Schade eigentlich, dass die Leute mit den ernsthaften Gedanken eher die Minderheit sind. Denen möchte ich auf alle Fälle für ihre konstruktiven Beiträge danken :bussi.

Aber andererseits wird einem wieder einmal aufgezeigt, dass doch überwiegend eine Gleichgültigkeit im Volk regiert :( .

Leutz, macht's gut,
Euer Taneller

VogeL
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 218
Registriert: 26.08.2006, 21:42

Beitragvon VogeL » 20.10.2007, 21:21

Hm. lasst mich mal kurz nachdenken.... Wie lange hab ich nun Internet.. hm so 8 Jahre ca.?!

Am _Anfang_ hat man sich einen ***** drum gekümmert, das die Telekom Ihre Daten 90 Tage gespeichert hat. Und alle anderen haben das ebenso gehandhabt.

Am _Anfang_ war das MP3 und Filme saugen auch noch kein Problem. Ging ja nich.. Modem und ISDN waren ja zu langsam.

Jetzt aber, wo das Unrechtsbewusstsein gleich null ist und die Industrie zum globalen Rundschlag ausholt, geht dann doch scheinbar dem einen oder anderen sprichwörtlich "der ****** auf Grundeis". Schön zu sehen.

Wer dann auch noch mit :LOOOOOOOOL: und "ich geh jetzt meine Alte vögeln" hier rumprollt, ist vermutlich erst 17 und hat nichmal "ne Alte" (Ach sorry. das war nen Seitenhieb mit Beleidigung. Tut mir leid. wirklich!)

Warum also, schreien in den letzten Monaten/Jahren alle so vehement nach Ihrem "Persönlichkeitsrecht" ? Na ok, ichz fänds auch kacke wenn mir jemand beim telefonieren zuhört, oder mitliest was ich hier gerade so tippe. Aber hey. thats life. Fangt mal weiter oben an, Statt die ISP´s als den schuldigen hinzustellen.

Und ganz ehrlich. Wenn es hilft, durch Fehlerstatistiken oder was auch immer, meine LEitung stabil zu halten, kann Mnet die Daten acuh gern 30 Tage speichern. Mir schnuppe.

Mir fällt gerade ein. Warum läuft eigentlich keiner bei diesen lustigen Auskunfteien (Schufa usw.) Amok?

Da werden täglich Daten über mic herhoben, untereinander getauscht, abgerufen, weitergegeben und ich bekomme davon nichts mit. Bestenfalls bekommst du Post "haha wir haben Daten für dich und die haben wir gerade eben weitergegeben. Aber an wen, hat dich nich zu interessieren!"

Warum stört sich da keiner? Das ist meines Erachtens ein größeres Problem. Da sind die 3 tage, die meine IP irgendwo in ner Datenbank steht ja mal total pillepalle.

:)

Und nu trollt schön weiter. Ändern werdet ihr eh nichts, und wenn ihr Gesetztestexte noch so schön fett und kursiv postet. :)

schönen Abend noch :)

TAL : 2.6km ; US/DS SNR 4dB/6dB ; US/DS Dämpfung 31dB/46dB

DSL 6000 @ 640/6144kbit/s

3247
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 25
Registriert: 14.09.2006, 01:14
Wohnort: Schwanthalerhöhe

Beitragvon 3247 » 21.10.2007, 12:08

Hört doch mit dem Telekommunikationsgesetz auf; für die Internetverbindung (und die Speicherung von IP-Adressen) gilt das Telemediengesetz.

Ist allerdings nicht viel anders:
TMG § 15 Nutzungsdaten
(1) Der Diensteanbieter darf personenbezogene Daten eines Nutzers nur erheben und verwenden, soweit dies erforderlich ist, um die Inanspruchnahme von Telemedien zu ermöglichen und abzurechnen (Nutzungsdaten). Nutzungsdaten sind insbesondere
  1. Merkmale zur Identifikation des Nutzers,
  2. Angaben über Beginn und Ende sowie des Umfangs der jeweiligen Nutzung und
  3. Angaben über die vom Nutzer in Anspruch genommenen Telemedien.
…(4) Der Diensteanbieter darf Nutzungsdaten über das Ende des Nutzungsvorgangs hinaus verwenden, soweit sie für Zwecke der Abrechnung mit dem Nutzer erforderlich sind (Abrechnungsdaten). Zur Erfüllung bestehender gesetzlicher, satzungsmäßiger oder vertraglicher Aufbewahrungsfristen darf der Diensteanbieter die Daten sperren.
…
(7) Der Diensteanbieter darf Abrechnungsdaten, die für die Erstellung von Einzelnachweisen über die Inanspruchnahme bestimmter Angebote auf Verlangen des Nutzers verarbeitet werden, höchstens bis zum Ablauf des sechsten Monats nach Versendung der Rechnung speichern. Werden gegen die Entgeltforderung innerhalb dieser Frist Einwendungen erhoben oder diese trotz Zahlungsaufforderung nicht beglichen, dürfen die Abrechnungsdaten weiter gespeichert werden, bis die Einwendungen abschließend geklärt sind oder die Entgeltforderung beglichen ist.
(8) Liegen dem Diensteanbieter zu dokumentierende tatsächliche Anhaltspunkte vor, dass seine Dienste von bestimmten Nutzern in der Absicht in Anspruch genommen werden, das Entgelt nicht oder nicht vollständig zu entrichten, darf er die personenbezogenen Daten dieser Nutzer über das Ende des Nutzungsvorgangs sowie die in Absatz 7 genannte Speicherfrist hinaus nur verwenden, soweit dies für Zwecke der Rechtsverfolgung erforderlich ist. Der Diensteanbieter hat die Daten unverzüglich zu löschen, wenn die Voraussetzungen nach Satz 1 nicht mehr vorliegen oder die Daten für die Rechtsverfolgung nicht mehr benötigt werden. Der betroffene Nutzer ist zu unterrichten, sobald dies ohne Gefährdung des mit der Maßnahme verfolgten Zweckes möglich ist.

Die Speicherung während der Nutzung ist erlaubt; darüber hinaus nur soweit sie zur Abrechnung erforderlich sind.

Es ist auch seltsam, dass hier einerseits den Nutzern vorgeworfen wird, sich nicht an gesetzliche Bestimmungen zu halten (Urheberrecht), andererseits aber M-Net in Schutz genommen wird, wenn sie sich offensichtlich nicht an gesetzliche Bestimmungen halten (Datenschutz).

Dabei gibt es genug Dinge, die man befürchten muss, ohne selbst Straftaten zu begehen:
  • Der Nachbar, der bei M-Net arbeitet, erzählt herum, auf welchen Seiten man rumsurft (z.B. Seiten mit Pornos, medzinischen Informationen -- da wird doch nicht jemand die Krankheit X haben --, …)
  • Ein Nachrichtendienst verschafft sich Zugang zu den Daten (das wäre erheblich schwieriger, wenn sie nicht routinemäßig gespeichert würden). Der nächste Urlaub im Land X scheitert bei der Einreise daran, dass man sich im Vorfeld über das Land X informiert hat -- dummerweise hat man auch auf regierungskritische Seiten geklickt, die Google ausgespuckt hatte.
  • Morgens um 06:05 klingelt die Polizei, nimmt alle Computer und den Anschlussinhaber mit. Nach einem Monat Untersuchungshaft stellt sich heraus, dass (a) ein Zahlendreher bei IP-Adresse und/oder Uhrzeit vorlag, (b) man nur rein zufällig ins Raster einer Rasterfahnung gepasst hatte oder (c) jemand das nur mit WEP gesicherte WLAN/den Rechner gehackt hatte. Im Fall (c) bekommt man möglicherweise noch nicht einmal eine Entschädigung für die U-Haft und die durchwühlte Wohnung, da man die Strafverfolgung grob fahrlässig verursacht hat.
Die zuletzt genannte Gefahr liegt nicht einfach darin, dass Fehler nun mal passieren. Solche Fehler sind vielmehr besonders wahrscheinlich, wenn man versucht, aus sehr begrenzten Daten (ein Logeintrag/Screenshot mit der IP-Adresse und der Logeintrag von M-Net) Rückschlüsse zu ziehen. Hier wird praktisch ein Lebenssachverhalt auf wenige Zahlen reduziert, die allenfalls indizielle Bedeutung haben. Kleinste Fehler (Zahlendreher) haben maximale Auswirkung. Genau wegen dieser Reduktion von Menschen auf wenige Zahlen sieht der Gesetzgeber hier auch einen Datenschutz vor.
Ohne Speicherung würde man den Täter auch finden (bzw. man findet ihn so oder so nicht) -- aber mit mehr mehr Ermittlungsaufwand und weniger Kollateralschäden.

Claus

WaS
Senior - Member
Senior - Member
Beiträge: 1215
Registriert: 17.08.2006, 15:35
Wohnort: Erlangen

Beitragvon WaS » 21.10.2007, 13:29

3247 hat geschrieben:Hört doch mit dem Telekommunikationsgesetz auf;
für die Internetverbindung (und die Speicherung von IP-Adressen)
gilt das Telemediengesetz.

Nein. Das Erbringen von Verbindungsleistungen fällt schon unters TKG.

FloScho
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 346
Registriert: 16.04.2007, 00:26

Beitragvon FloScho » 24.10.2007, 01:11

BTW: Eine andere Richterin des Landgerichts Darmstadt hat im Juni 2007 entschieden, dass eine einwöchige Speicherung von IP-Adressen rechtmäßig sei.

Landgericht Darmstadt
Urteil vom 6.6.2007
Az.: 10 0 562/03

J@son
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 222
Registriert: 11.12.2006, 10:41

Beitragvon J@son » 24.10.2007, 09:15

FloScho hat geschrieben:BTW: Eine andere Richterin des Landgerichts Darmstadt hat im Juni 2007 entschieden, dass eine einwöchige Speicherung von IP-Adressen rechtmäßig sei.

Landgericht Darmstadt
Urteil vom 6.6.2007
Az.: 10 0 562/03


Aber BGH>LG Darmstadt
Na ja Recht haben und Recht bekommen sind halt zwei Paar Schuhe :wink:

FloScho
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 346
Registriert: 16.04.2007, 00:26

Beitragvon FloScho » 24.10.2007, 10:45

Der BGH kann tatsächlich anders entscheiden, muss dies aber fallweise tun. Kann nun ein Provider tatsächlich schlüssigt darlegen, dass eine Speicherung für ihn von Nöten ist, kann das nächste Urteil schon wieder ganz anders aussehen.

Benutzeravatar
Tsuran
M-net Support Team
M-net Support Team
Beiträge: 168
Registriert: 25.07.2006, 11:26

Beitragvon Tsuran » 25.10.2007, 13:30

Gegen Viren sollte sich natürlich jeder selbst absichern.
Ein IP-Logging hilft hier auch nicht weiter, da Viren in den meisten Fällen beim Ausführen infizierter Programme direkt verteilt werden. Ein Programm ist aber als solches im TCP-Stream nicht so leicht als solches zu erkennen.


Gegen Viren sollte sich jeder absichern - das stimmt. Aber in der Realität funktioniert dies augenscheinlich nicht, denn der gemeine User ist meistens sehr unvorsichtig. So kommt es also immer wieder vor, dass unsere Systeme von Kundensystemen aufgrund eines infizierten Rechners (oder eines gehackten Servers) angegriffen oder als Drecksschleudern verwendet werden.

Dies schädigt unsere Infrastruktur in verschiedensten Bereichen. So wird nicht nur die Last auf den Servern erhöht, auch die Wahrscheinlichkeit eines Blacklistings oder anderer Schutzmechanismen des Netzes werden wahrscheinlicher. Davon sind dann ALLE Kunden betroffen. Dies resultiert dann widerrum in Beschwerden und Reklamationen von (Geschäfts-)Kunden, welche Ihr täglich Brot über unsere Systeme verdienen. Dazu zählt auch der Nutzer Taneller der einen reibungslosen Verkehr seiner Datenpakete für die bezahlte Leistung verständlicherweise als Selbstverständlichkeit ansieht.

Gesetzt dem Fall, wir würden sämtlich IP Adresse nach Beendigung der Verbindung löschen. Welche Möglichkeit hätten wir, ein solch infiziertes Kundensystem zu erkennen und den Kunden auf das Problem hinzuweisen? Richtig, es gäbe nur die Möglichkeit den Kunden in Echtzeit zu prüfen und genau zu dem Zeitpunkt zu identifizieren an dem er Online ist. Dies setzt einen Mitarbeiter voraus, welcher sich in Echtzeit das Logfile ansieht und dann mit aktuell aktiven IP Adressen der Einwahlaccounts abgleicht. Bei 10 Kunden mag das noch irgendwo möglich sein, bei 100.000 oder mehr wird es unmöglich. Zumindest nicht wirtschaftlich möglich. Selbstverständlich lassen sich diese Mitarbeiter einstellen, die damit verbundene Preiserhöhung für den Anschluss will aber sicherlich niemand tragen - denn die Erfahrung zeigt, dass jeder zwar sein Recht haben will, aber etwas dafür zu investieren möchte die Mehrheit dann doch nicht.

Die aktuelle vorgehensweise gibt uns die Möglichkeit kurzfristig auf den Kunden zuzukommen und auf das Problem hinzuweisen. Selbstverständlich haben wir auch aufgrund der AGB und Leistungsbeschreibung die Möglichkeit den Anschluss zu sperren oder den Dienst zu unterbinden, allerdings reden wir lieber mit dem Kunden als auf irgendwelchen Zetteln herumzureiten.

Dieses Szenario ist aber nur für den Fall, das ein Kunde sich der Infektion NICHT bewusst ist. Vollkommen anders wird die Sachlage, wenn ein Kunde sich seiner Sache sehr wohl bewusst ist, und unsere Dienste gezielt Mißbrauchen möchte. Mit ein wenig Gerissenheit des Spitzbuben wären wir auf unseren eigenen Systemen vollkommen blind. Ein Zustand der bei der heutigen Bedeutung des Datenverkehrs als absolut untragbar bezeichnet werden muss.

Entgegen des immer wieder geäußerten Spruchs "Ich habe nichts zu verbergen" gibt es aber Leute die eben doch etwas zu verbergen haben, und diese Leute muss ich in irgendeiner Art und Weise aufspüren können.



Gegen Port-Scans schützt z.B. eine Firewall. Auch die Firewall in einem zwischen (DSL-)Modem und PC geschalteten Router bringt schon verdammt viel. Was bringt hier das Loggen der eigenen Verbindungsdaten?


Nichts. Dafür werden die Daten aber nicht verwendet da dieser Vorgang für unsere Systeme nicht wichtig ist.

Naja und Spam - ich glaub dass der nie aussterben wird. Spam wird meistens über dezentrale Server versendet. Er gelangt meist auch von extern zum Provider; hat also auch wieder nicht so wirklich mit dem Loggen der Verbindungsdaten zu tun.


Hier liegst Du vollkommen falsch. Im Begriff "dezentraler Server" versteckt sich die Krux. Ein riesiger Anteil des Spamaufkommens wird heute von Virenverseuchten Rechnern versandt. Rechner von Kunden mit DSL Anschlüssen, die auf die Masse gesehen eine riesige Bandbreite auf die Waage bringen und tausende SMTP Server weltweit zu Virenschleudern machen. Wird ein SMTP Server gesperrt, tut sich an einer anderen Stelle ein weiterer auf, denn der nächste Virus samt Adressdatenbank & Co. wurde bereits in Umlauf gebracht und infiziert die nächsten Netze.

Die einzige Möglichkeit unsererseits wirkliche Problemfälle abzuschalten ist durch das identifizieren. Eine weitere Möglichkeit wäre das Filtern von Nachrichten auf unseren Systemen (in diesem Fall vernichten) - dies ist aber nicht erlaubt - und das aus gutem Grund. Es kann nicht sein, dass der Anbieter des Dienstes die eMails scannt und nach irgendeiner Regel (es könnte ja ein Virus sein!) Nachrichten schluckt. Gefährlich Gefährlich.


Aber es ist für mich trotzdem zweifelhaft, ob es der einzig richtige Weg ist, dass man erst mal alles und jeden verdächtigt und hinterher erst selektiert.


Das ist das immer wieder dargelegte Totschlagargument der Datenschützer (oder die die es sein wollen) - "es werden ja alle unter Generalverdacht gestellt." Warum haben dann alle Autos Nummernschilder? Ich fahre doch nie zu schnell - und wenn ich ein Auto anfahre würde ich mich selbst melden. Es gibt sehr viele Beispiele wo Menschen auf NUmmern und Adressen reduziert werden die eigentlich, in einer perfekten Welt, nicht vonnöten wären. Wir leben aber in einer Welt mit Kinderpornografie, Bombenbauern und Mördern. Der Staat, also wir, muss sich in seinem eigenen Interesse Möglichkeiten offen halten diese Elemente zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen.

Wir sehen das zur Zeit an dem Beispiel der erst kürzlich festgenommen 3 Terroristen, die diese schrecklichen Anschläge in Deutschland geplant haben.
Warum will jetzt die Bundesregierung 35 sog. gefährliche Chemikalien nur an bestimmte registrierte Personen verkaufen? Klar, weil natürlich alle anderen nicht registrierten Personen zunächst mal als potentielle Bombenbauer verdächtigt werden. Das ist total irrsinnig, wird aber trotzdem gemacht!


Warum? Um die Möglichkeit des Missbrauchs weiter einzuschränken. Unterm Strich ist mir das auch vollkommen egal - ich brauche diese Dinge nicht und wenn ich sie brauche habe ich kein Problem einen Nachweis dafür zu erbringen. Leider leben wir in einer Zeit in der viele Menschen der Meinung sind, ihre Meinung könnte man mit Terror anderen aufzwingen. Dieser Fall hat gezeigt, dass es auch in unserem Land passiert - tut der Staat nichts heißt es hinterher - "Warum hat man nach dem Fall damals nichts verschärft"?. Als Stichwort sei hier auch der Begriff "Gammelfleisch" genannt. Glaubt irgendjemand das diese Problematik erst seit diesem Jahr besteht?

Ich persönlich finde es auch irrsinnig das ich eine Genehmigung brauche wenn ich einen Baum aus meinem Grundstück entfernen möchte (MEIN - GRUNDSTÜCK) und mir der Staat/die Stadt diese Genehmigung verweigern kann - aber es ist leider so, deswegen habe ich erst gar keinen gepflanzt.

Da ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass unbescholtene Bürger plötzlich ins Visier geraten, weil der Staat im Überwachungswahn schwebt.
So etwas hat es in der deutschen Geschichte schon ein paar mal gegeben.
Das hat auch immer ein jähes Ende genommen und das war gut so!
Wie gesagt - Ich wehre mich gegen diese Praktiken vehement, weil mir das alles langsam überhand nimmt. Und da gehört das IP-Logging der ISP einfach dazu.


Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Land in diesem Bereich äußerst weit zurückhinkt. Der Umgang mit diesen neuen Sachverhalten wird meiner Meinung nach sehr dilettantisch durchgeführt. Allerdings habe ich absolut kein Verständnis dafür, warum die Zuordnung einer IP Adresse zu einem Kunden über 6 Monate oder ein paar Tage verboten sein soll. Objektiv betrachtet gibt es keinen triftigen Grund warum dem nicht so sein soll.

Im Telefonnetz wird dies so betrieben - warum auch nicht bei Datenleitungen? Es wird immer wieder das Beispiel herausgeholt mit falschen Verdächtigen und Verfahrensfehlern. Diese gibt es heute auch in anderen Bereichen, es werden sogar Leute unschuldig eingesperrt. Dies zeigt deutlich die Grenzen und Probleme unseres Rechtssystems auf - es kann jedoch nicht sein, dass der Verbrecher aus Angst vor Versehen geschützt wird.

Bevor Du Dich weiterhin mit der Problematik des IP Adress Loggings beschäftigst, die wirklich nichts anderes ermöglicht, als das identifizieren des Anschlussinhabers, rege Dich viel mehr über die bevorstehende Sperrung von indizierten Seiten im Netz durch die Provider auf. (YouPorn/Arcor) Hier geraten Dinge in Bewegung die für den freien Datenverkehr und den Grundprinzipien der Netzwelt zuwiderlaufen. Ein Sachverhalt der es durchaus Wert ist bekämpft zu werden.
Viele Grüße aus Augsburg

Robert
M-Net Support

WaS
Senior - Member
Senior - Member
Beiträge: 1215
Registriert: 17.08.2006, 15:35
Wohnort: Erlangen

Beitragvon WaS » 25.10.2007, 14:06

Tsuran hat geschrieben:Ich persönlich finde es auch irrsinnig das ich eine Genehmigung brauche
wenn ich einen Baum aus meinem Grundstück entfernen möchte
(MEIN - GRUNDSTÜCK)

Siehe Grundgesetz, Art. 14, Absatz 2: "Eigentum verpflichtet."

Hingegen kann man durchaus geteilter Meinung sein, inwiefern
die geplante Bespitzelung der Bürger wenn nicht dem Wortlaut
so doch dem Geist des GG zuwiderläuft.

martin91
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 68
Registriert: 03.11.2006, 15:55

Beitragvon martin91 » 25.10.2007, 14:12

Tsuran hat geschrieben:Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Land in diesem Bereich äußerst weit zurückhinkt. Der Umgang mit diesen neuen Sachverhalten wird meiner Meinung nach sehr dilettantisch durchgeführt. Allerdings habe ich absolut kein Verständnis dafür, warum die Zuordnung einer IP Adresse zu einem Kunden über 6 Monate oder ein paar Tage verboten sein soll. Objektiv betrachtet gibt es keinen triftigen Grund warum dem nicht so sein soll.

Im Telefonnetz wird dies so betrieben - warum auch nicht bei Datenleitungen? Es wird immer wieder das Beispiel herausgeholt mit falschen Verdächtigen und Verfahrensfehlern. Diese gibt es heute auch in anderen Bereichen, es werden sogar Leute unschuldig eingesperrt. Dies zeigt deutlich die Grenzen und Probleme unseres Rechtssystems auf - es kann jedoch nicht sein, dass der Verbrecher aus Angst vor Versehen geschützt wird.

Bevor Du Dich weiterhin mit der Problematik des IP Adress Loggings beschäftigst, die wirklich nichts anderes ermöglicht, als das identifizieren des Anschlussinhabers, rege Dich viel mehr über die bevorstehende Sperrung von indizierten Seiten im Netz durch die Provider auf. (YouPorn/Arcor) Hier geraten Dinge in Bewegung die für den freien Datenverkehr und den Grundprinzipien der Netzwelt zuwiderlaufen. Ein Sachverhalt der es durchaus Wert ist bekämpft zu werden.


Generell kann ich dir schon zustimmen. Ich seh das Problem bei der Internetverbindungsdatenspeicherung darin, dass Terroristen das ganze mit nicht allzugroßem Aufwand umgehen können (Anonymisierdienste wie TOR ect.). Der Bürger, der sich hingegen nichts zu schulden lassen kommt wird damit gleichzeitig beim Surfen überwacht/protokolliert. Zudem kostet das ganze natürlich auch Geld, dass der Internetnutzer zahlt. Fairerweise muss man natürlich dazu sagen, dass man die Terroristen, Kinderschänder ect. die keine bzw. keine ausreichende Anonymisierung nutzen natürlich damit zu fassen bekommen kann.
Die Speicherung der angesurften Seiten ect. wäre zwar kein Weltuntergang, aber es besteht dennoch ein hohes Missbrauchspotential.

Benutzeravatar
Tsuran
M-net Support Team
M-net Support Team
Beiträge: 168
Registriert: 25.07.2006, 11:26

Beitragvon Tsuran » 25.10.2007, 14:19

martin91 hat geschrieben:Generell kann ich dir schon zustimmen. Ich seh das Problem bei der Internetverbindungsdatenspeicherung darin, dass Terroristen das ganze mit nicht allzugroßem Aufwand umgehen können (Anonymisierdienste wie TOR ect.). Der Bürger, der sich hingegen nichts zu schulden lassen kommt wird damit gleichzeitig beim Surfen überwacht/protokolliert. Zudem kostet das ganze natürlich auch Geld, dass der Internetnutzer zahlt. Fairerweise muss man natürlich dazu sagen, dass man die Terroristen, Kinderschänder ect. die keine bzw. keine ausreichende Anonymisierung nutzen natürlich damit zu fassen bekommen kann.
Die Speicherung der angesurften Seiten ect. wäre zwar kein Weltuntergang, aber es besteht dennoch ein hohes Missbrauchspotential.


Stop. Ich meine die Speicherung der IP Adresse die zum Zeitpunkt X zu einem bestimmten Kunden gehört hat und somit die Möglichkeit schafft einen Kunden zu einem späteren Zeitpunkt zu identifizieren (aus welchem Grund auch immer).

Ich persönlich bin ein absoluter Gegner der Speicherung des Nutzungsverhaltens von Internetnutzern. Ein absolutes Tabu. Niemand (außer aufgrund einer richterlichen Anordnung) hat das Recht das persönliche Nutzungsverhalten einzusehen, schon gar nicht pauschal.
Viele Grüße aus Augsburg



Robert

M-Net Support

zikla
Junior - Member
Junior - Member
Beiträge: 2
Registriert: 09.01.2008, 17:53

Hat sich hier seit dem 01.01. was geändert?

Beitragvon zikla » 09.01.2008, 19:45

Werden die IPs jetzt von M-Net gespeichert?
Oder werden diese immer noch nicht, wenn sie nicht zu Verrechnungszwecken gebraucht werden, archiviert?

Eine Antwort wäre super.

Benutzeravatar
beisser
Senior - Member
Senior - Member
Beiträge: 537
Registriert: 22.08.2006, 23:38
Kontaktdaten:

Beitragvon beisser » 09.01.2008, 20:28

Bild

MagicMight
Aufsteiger
Aufsteiger
Beiträge: 203
Registriert: 18.08.2006, 11:31
Wohnort: Pfaffenhofen/Ilm
Kontaktdaten:

Beitragvon MagicMight » 10.01.2008, 12:17

Hi,

@Tsuran: Gibt's bei Euch eigentlich irgendwelche Statistiken wie viele Kundensysteme "infiziert" sind?
Ich meine wenn Du schreibst dass die Absicherung gegen Viren in der Realität nicht so funktioniert, dann gibt's sicherlich irgendwelche Zahlen die das belegen, oder?
Würde mich einfach nur mal so interessieren ...

Zu dem Thema "Speicherung der IP Adressen", hat man mit einer festen IP eh die A***karte gezogen, oder? :roll:

Gruß,
MagicMight
KDG 32000/2000

Benutzeravatar
beisser
Senior - Member
Senior - Member
Beiträge: 537
Registriert: 22.08.2006, 23:38
Kontaktdaten:

Beitragvon beisser » 10.01.2008, 12:27

MagicMight hat geschrieben:Hi,

@Tsuran: Gibt's bei Euch eigentlich irgendwelche Statistiken wie viele Kundensysteme "infiziert" sind?
Ich meine wenn Du schreibst dass die Absicherung gegen Viren in der Realität nicht so funktioniert, dann gibt's sicherlich irgendwelche Zahlen die das belegen, oder?
Würde mich einfach nur mal so interessieren ...

Zu dem Thema "Speicherung der IP Adressen", hat man mit einer festen IP eh die A***karte gezogen, oder? :roll:

Gruß,
MagicMight


inzwischen hast du generell die ****** gezogen, da mit dem neuen gesetz die ips bei allen anschlüssen gespeichert werden müssen.
Bild


Zurück zu „Maxi Komplett / Maxi DSL / Maxi Pur“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste